Social Cocooning - das Lagerfeuer des 21.Jahrhunderts

Hygge, Jomo und Social Cocooning – die „gemütlichen“ Trends 2020

Kennt ihr das nicht auch? Irgendwie ein mulmiges Gefühl, dass sich im tiefsten Inneren breit macht, wenn man sich zur vermeintlichen Entspannung ein wenig in die sozialen Medien flüchtet? Die romantische Vorstellung auf der Couch bei ein wenig Facebook oder Instagram zur Ruhe zu kommen und dann dasselbe Procedere wie immer: Es prasseln wunderschöne Bilder auf einen ein – egal, ob Familie, Freunde, Bekannte oder Stars und Sternchen. Alles wirkt perfekt, selbstverständlich und natürlich ganz easy umzusetzen! Angefangen bei der Morgenroutine mit dem 100% Erfolgs-Mindset über das gesunde und superschön angerichtete Mittagessen bis hin zum abendlichen Sport und den gestählten Körpern. Da macht sich bei uns „Otto-Normalverbraucher“ schon mal ein schlechtes Gewissen breit.

Denn bei uns besteht der Morgen möglicherweise eher aus einer Suche nach zwei identischen Socken, den Zähneputzen-und-pünktlich-in-die-Schule-kommen-Kampf mit den Kids oder auch einfach nur die einzigen stressfreie 5 Minuten am Tag, die man mit einem genüsslichen Biss in die mit daumendick bestrichenen Butterstulle verbringt. (Natürlich überspitzen wir hier etwas! ;-))

Kein Wunder, dass sich da zur schnellen und digitalen Welt ein anderer Trend breit macht! Social Cocooning ist die Devise, um sich zu erholen und zu sich zu finden. In diesem Blogartikel erklären wir, was genau hinter dieser Bewegung steckt und geben euch ein paar Tricks und Tipps an die Hand, wie man auf diese Welle mit aufspringen kann. Viel Spaß beim Lesen und danach Entspannen!

Was bedeutet Social Cocooning?

Social Cocooning beschreibt eine neue Art der auf sich nach innen gerichteten Regeneration. Das englische Wort „Cocooning“ steht für „sich in einen Kokon einspinnen“ und damit einhergehend die Flucht aus der virtuellen, schnellen und unverbindlichen Welt hin zum sicheren Rückzug in die eigenen vier Wände.

Gerade wenn das Jahr sich dem Ende neigt und es draußen kalt und grausig wird, verspürt man einen Drang nach Heimeligkeit und Behaglichkeit. Es werden Kerzen ausgepackt, ein Geruch von frisch gebackenen Plätzchen steigt einem in die Nase, man kuschelt sich unter eine dicke Decke, trinkt eine schöne Tasse heißen Tees und nimmt sich Zeit für ehrliche Gespräche mit den Liebsten. Pure Harmonie!

Doch dieses Jahr sorgt nicht nur die kalte Jahreszeit für eine Sehnsucht nach mehr Wärme und Sicherheit. Denn angesichts der Corona-Situation hat sich bei den meisten von uns ein unsicheres Weltgefühl eingenistet. Viele Entwicklungen liegen nicht in unserer Hand und man fühlt einen diffusen Kontrollverlust. Die deutsche Gesellschaft für Psychologie hat hierzu ein eigenes Paper verfasst und erklärt, dass diese besonderen Zeiten besondere Maßnahmen für jeden einzelnen für uns nötig machen. Zum Beispiel, indem wir den einfachen und schönen Dingen des Lebens mehr Beachtung schenken und sie zelebrieren.  Der Wunsch sich in die eigene Höhle zurückzuziehen und Schutz zu suchen ist für einen gesunden Umgang mit dieser Situation fundamental. Also anstatt zur Zeitung mit weiteren „schlechten Neuigkeiten“ zu greifen lieber ein gutes Buch aufschlagen. Gönnt euch Zeit für euch! 

Hygge – die skandinavische Essenz von social Cocooning

Hygge ist kein skandinavisches Wort für Schluckauf, sondern bedeutet übersetzt viel mehr so etwas wie „Wohlbefinden verbreiten“ und „Gemütlichkeit“. Es ist ein Gefühl und eine Situation, die nur bei echt gelebter Wir-Mentalität aufkommen kann. Die Dänen zeigen uns mit dieser gefühlsbetonten Alltagskultur, dass es um mehr geht, als die langen und kalten Wintertage gut zu überbrücken. Denn „Hygge“ kann so ziemlich alles sein. Ein schönes Glas Rotwein, an einem Lagerfeuer sitzen, das Gefühl nach einem harten Arbeitstag die Schuhe auszuziehen, ein warmes Bad, ein Kinderlachen, ein langer Spaziergang in der Herbstsonne oder der Geruch von frisch aufgebrühten Kaffee. Es geht einerseits darum den Moment zu genießen, inne zu halten und Negatives hinter sich zu lassen und andererseits anderen etwas Gutes zu tun. Sich selbst und anderen kleine Glücksmomente im Alltag schaffen.

Genau das ist es, was sich viele momentan so sehr wünschen - Leichtigkeit und Lebenslust. Also warum nicht etwas "Hygge" in den eigenen Alltag integrieren?

Weiter unten im Text bekommt ihr von uns übrigens „hyggelige“ Impulse für euer Zuhause - also einfach weiterlesen und sich inspirieren lassen. 

JOMO - einfach mal nichts tun

Neben „hygge“ verschafft sich noch ein weiterer Trend Gehör: JOMO (engl. the joy of missing out) oder auch die Kunst Dinge auszulassen und sich darüber zu freuen. Die neue Lebenseinstellung bedeutet im übertragenen Sinne ein kollektives Grundverständnis sich selbst Zeit zu schenken. Denn die Ansprüche von der Außenwelt, aber auch die eigenen steigen: Karriere machen, Zeit für den Partner haben, viel Geld verdienen, ein schönes zu Hause haben, verreisen, sportlich und gesund sein – unterm Strich einfach ein absolut erfülltes Leben haben. Da liegt es in der Natur der Sache, dass man sich auch einfach mal etwas Zeit für sich wünscht. Und das ganz, ohne bestimmte Erwartungshaltungen erfüllen zu müssen. Anstatt sich also clean and healthy eating Dogmen zu unterwerfen, „probiert es doch einfach mal mit Gemütlichkeit“ - ganz nach dem Lebensmotto eines weltberühmten Bären und Kinderhelden.

10 Tipps für social Cocooning

Liebe Freunde des guten Geschmacks, jetzt geht es an die Umsetzung. Wie schafft man es am besten kleine Freuden-Momente ins Leben mit aufzunehmen? Damit es für euch leichter wird, nehmt die Füße hoch und lest ganz einfach unsere 10 Tipps für ein gelungenes „Hygge-Social-Cocooning-Gefühl“. 

  • Keine Debatten: Zu Hause werden Diskussionen über politische Themen oder Veränderungen auf der Welt auf ein absolutes Mindestmaß reduziert. Besser noch man verzichtet – zumindest über einen vereinbarten Zeitraum – ganz darauf.
  • Zusammen ist man weniger allein: Für das echte social Cocooning-Feeling gehört es dazu, Zeit mit den Liebsten zu verbringen. Was macht ihr alle gerne? Vielleicht ist es mal wieder an der Zeit gemeinsam etwas zu kochen?
  • Refugium: Weg von Karrierebestrebungen, Geld, Erreichbarkeit und Materialismus. Das zu Hause soll ein Ort sein, an dem man entspannen kann.
  • So sein, wie man ist: Liest sich einfach, bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass beispielsweise zu erledigenden Hausarbeiten getrost auf den darauffolgenden Tag verschoben werden dürfen. Füße hochlegen und entspannen.
  • Termine setzen: Natürlich kann zu Hause nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Deshalb ist es hilfreich sich Termine zu setzen und für einen bestimmten Zeitabschnitt sich darauf zu einigen, dass es nur um Ruhe und Erholung geht.
  • Kein Kalorienzählen: Es gibt doch nichts Schöneres als gemeinsam so richtiges Soulfood zu kochen und dann gemeinsam gemütlich den Abend ausklingen zu lassen, oder? Also Kopf aus, Kalorien zählen gilt nicht und ran an den Kochtopf. Für Rezeptinspirationen klickt hier.
  • Achtsam sein: Bei Hygge oder social Cocooning geht es nicht um materielle Dinge, sondern sich darüber zu freuen, was man hat und dankbar zu sein. Wie wäre es zum Beispiel mit einer handgeschriebenen Liste mit Kleinigkeiten die einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern? Ein 100% Gute-Laune-Garant! 
  • My home is my castle: Euer Zuhause ist ein Rückzugsort, der euch Geborgenheit schenken soll. Auch, wenn es kitschig erscheinen mag, aber Kissen, warmes Licht, flauschige Decken, ein altes Bücherregal, Kerzen, Zimmerpflanzen, all das macht es in Summe „hyggelig“.
  • Locker und ungezwungen: Damit sich auch in euch so ein wohlig-warmes Gefühl breit macht, schlupft doch in einen gemütlichen Pulli. Kuschelige Merinowolle oder grober Strick und als Krönung die Lieblings-Sweatpants! Das macht den Social Cocooning Look so richtig rund.
  • Everyday luxury: Viele Dinge, die wir uns normalerweise gerne gönnen, sind momentan nicht möglich. Deshalb empfehlen wir euch, kleine Dinge in den Alltag zu integrieren, die euch ein bisschen „Luxus-Gefühl“ geben. Zum Beispiel kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und seine Hände mit einer schönen Handseife- oder Lotion pflegen. Oder sich einfach in einen dicken und superweichen Kapuzenpulli einmummeln.

Als Schlusswort möchten wir ganz ehrlich mit euch teilen, dass 2020 auch für uns nicht leicht ist. Die Distanz zu geliebten Menschen und die Aussicht auf ein Weihnachtsfest im kleinen Kreise lassen wenig Hoffnung schöpfen. Dennoch wird in uns eine innere Stimme laut: "Wir sind stark! Wir sind nicht alleine! Es ist in Ordnung auch mal frustriert zu sein!" Damit die negativen Gedanken aber nicht überhand nehmen, raten wir euch eure "Höhle" so schön zu machen, damit sie euch jeden Tag aufs Neue erfreut. Löst den Alltagsstress mit Dingen, die euch entspannen und guttun. In diesem Sinne wünschen wir euch ein besinnliches „Cocooning“ .

Seid ihr noch auf der Suche nach kuscheligen Pulli- oder Strickjacken-Inspirationen? Wie wäre es mit unserem superweichen BJÖRN-CREW oder unserem gemütlichen RORY?